|
Die mit Ausnahme der nördlichen Bereiche fast vollständig vom Mittelmeer umschlossene Halbinsel ist zwar kein unmittelbares Nachbarland von uns, vielen aber doch näher als einige direkte Nachbarn. Sind es allein die 8500 Kilometer Küstenlänge, die zweifelsohne für jeden Geschmack ein Stück Strand parat haben? Mit Sicherheit ist es viel, viel mehr, was den Deutschen, einhergehend mit dem sich entwickelnden Wirtschaftswunder , fast unwiederstehlich über den Brenner zog! Trotz der noch sehr eingeschränkten Mobilität und unbequemen Verkehrsmittel, die man heute in Museen bewundern kann, wurde die Republik Italien zum Sinnbild eines Urlaubslandes.
Wer aus seinem Italien Urlaub zurückkehrte, wurde beneidet und bewundert zugleich. Dabei war es unerheblich, ob es ein Urlaubsort am Lago di Garda, Adriatischen, Ligurischen oder Tyrrhenischen Meer oder eine der drei Mittelmeerinseln Sizilien, Sardinien oder Elba gewesen ist. Ein rasanter Siegeszug für „Bella Italia“ hatte begonnen, der nicht nur den deutschen Urlauber in seinen Bann gezogen hatte. Eine ganze Industrie hat sich entwickelt, die heute nicht nur vielen Italienern den Broterwerb sichert.
Wo liegt aber nun dieses Phänomen? Ist es die Schönheit der Natur,das milde Klima oder aber die einzigartige Kunst und Architektur, die uns fast überall auf der Apenninhalbinsel nur noch staunen läßt? Vielleicht ist es die Ehrfurcht vor dem Alter, wenn man sich das Centro Storico mit Forum Romanum und Colosseum anschaut. Könnten es nicht auch religiöse Gründe sein, einmal nach Rom zu pilgern und die Vatikanstadt auf sich wirken zu lassen? Die Sixtinische Kapelle sieht man ja leider immer nur bei der Wahl des Papstes. Kann es aber auch so simpel sein, dass die italienische Küche getreu dem Sprichwort „Liebe geht durch den Magen“ für Wiederholungstäter und neue Gäste sorgt? Oder ist es die Gastfreundschaft dieses 60-Millionen-Volkes, das nicht nur romanische sondern auch viele fremdländische Einflüsse hat über sich ergehen lassen müssen? Eine lapidare Antwort mit einem „gemeinsamen Nenner“ ist nicht möglich. Schon Johann Wolfgang von Goethe, der von 1786 bis 1788 zwei Jahre seines schöpferischen Lebens in Italien hatte, vermochte keine eindeutige Antwort darauf finden. An dieser Stelle kann nur der Rat erteilt werden, sich über seine Präferenzen Klarheit zu verschaffen und danach das oder die Ziele in Bella Italia auszuwählen. Der Bereich der Touristik ist sehr gut erschlossen in diesem traditionellen Urlaubsland und dementsprechend dokumentiert. Neben den Reiseveranstaltern bieten die Touristikmessen eine fast nicht zu bewältigende Informationsfülle.
Auch die schon erwähnten drei Mittelmeerinseln sind heute sehr gefragte Urlaubsziele. Aufgrund der immer noch steigenden Nachfrage muss die zweitgrößte Insel im westlichen Mittelmeer an erster Stelle genannt werden. Aber auch die größte, der Ball vor dem Stiefel, Sizilien und die kleinste im Norden, Elba, haben ihre eigenen Reize. Ihre Geschichte hat sie geprägt und interessante Spuren hinterlassen.
Sardinien ist im Vergleich mit Sizilien die kleinere Insel, ist aber schneller und leichter zu erreichen. Obwohl der durch den Prinzen Karim Aga Khan erst Anfang der 60er Jahre - und das zunächst nur für Eigentümer eines ähnlichen Geldbeutels - wachgeküsste Fremdenverkehr sich außerhalb der Costa Smeralda nur langsam entwickelt hat, sind heute genügend Hotelstrukturen und Ferienhauskapazitäten vorhanden, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Sardinien ist zwar kein Geheimtipp mehr, ist aber auch nicht überlaufen. Dem Interessenten sei hier ans Herz gelegt, nicht unbedingt im Hauptferienmonat der Italiener - im August - auf die Insel zu fahren. Bei den 1849 Küstenkilometern würden Sie zwar immer Ihren Platz finden doch auf den Straßen und in Restaurants nicht so glücklich dreinschauen. Aufgrund der Tatsache, dass die italienischen Großbetriebe im August schließen und ihre Beschäftigten geschlossen in den Jahresurlaub schicken, sind Staus auf der Insel keine Seltenheit. Auch der Aspekt des Preises für den Urlaub bei erhöhter Nachfrage verdient Beachtung.
Um nach Sizilien mit seinem eigenen Auto zu kommen, muss man den Stiefel bis zur Straße von Messina fahren, um von dort mit der Fähre nach Sizilien zu kommen. Die Schiffspassage nach Messina ist nur sehr kurz, dafür hatte es aber die Strecke bis zur Fähre in sich. Dieser Umstand trägt auch dazu bei, dass Sardinien beliebter ist. Die Schönheit dieser beiden Inseln oder ihre Sehenswürdigkeiten sollen nicht gegenübergestellt werden. Das soll einer individuellen Beurteilung vorbehalten bleiben. War es vor 25 bis 30 Jahrer noch schwer, einen Platz auf einem der Fährschiffe von Civitavecchia (kurz vor Rom) nach Golfo Aranci (Nordosten Sardiniens) zu bekommen, so ist dieses heute kein Problem mehr. Jene Fähren gehörten zu den Italienischen Eisenbahnen, waren zu der Zeit schon 30 Jahre alt und sind heute außer Dienst oder schon verschrottet. Derjenige, der sein ihm vertrautes Auto mit dabei haben möchte, sollte heute die hochmodernen Fährschiffe des Marktführers Moby Lines kennenlernen. Schon bei der Anreise nach Livorno, Genua oder Civitavecchia kann man sich auf den Komfort freuen, der einen erwartet. Kabinen wie Hotelzimmer, Restaurant à la Carte, Restaurant Self Service, Pizzeria, Bars,Boutique, Disco, Swimmingpool - kurzum eine Kleinstadt mit allem Notwendigen fährt heute zur Insel und zurück und das mehrmals am Tag und in der Nacht. Trotz der hohen Kapazitäten empfiehlt es sich, seine Fähre hier in Deutschland zu buchen. Dieses gilt besonders in Zeiten erhöhten Verkehrsaufkommens (Juli/August) und für die Nachtpassagen mit Kabinenbuchung. Bei den Nachtüberfahrten sollte nicht am verkehrten Ende gespart werden.
Wer die Strecke bis zum Hafen gefahren ist, ist in aller Regel erschöpft und braucht die Erholung. Schlägt man sich dann noch die Nacht um die Ohren, benötigt man an seinem Urlaubsort zwei Tage, um sich zu regenerieren. Muss man von seinen 2 Wochen gleich 2 Tage verschenken? Sie werden feststellen, dass Ihnen die Zeit viel zu schnell vergeht, da Sardinien nicht nur Strandleben und kristallklares Wasser zu bieten hat. Um die beginnende Schwärmerei schnell zu beenden, sei Ihnen nur noch empfohlen, ein Spanferkelessen bei den Schäfern des Gebirgsstädtchens Orgosolo (bekannt durch seine Wandmalereien)zu geniessen – einmalig! Dass dazu ein kräftiger Cannonau-Rotwein, der typisch für diese Gegend ist, gereicht wird, ist selbstverständlich. Was aber wäre nun Sardinien ohne die Costa Smeralda? Auf die Frage der lieben Nachbarn, die während der Abwesenheit Ihre Blumen gegossen haben, wo man noch gewesen sei auf Sizilien oder Sardinien kommt dann Ihre schon entrüstete Antwort, dass es selbstverständlich Sardinien gewesen ist. Was passiert nun, wenn Sie auf die weitere Frage antworten müssen, dass Sie weder an der Costa Smeralda noch in ihrem Hauptort Porto Cervo gewesen sind? Diese Nachbarn wußten nicht so recht Sardinien und Sizilien auseinander zu halten , kannten vom Hörensagen aber die Costa Smeralda. Sie aber sind dort gewesen und haben sie nicht gesehen! Wie blamabel! Also -nichts wie hin! Und auch hier ein Insider-Tipp! Schauen Sie sich Porto Cervo von Joseph’s kleinem Zug aus an, der Sie in 40-45 Minuten durch die geheimen Gässchen mit ihren versteckten Villen der bekanntesten Persönlichkeiten fahren wird. Zu Fuß können Sie es nicht machen, da es zu weitläufig ist.
Es ist eine kleine Investition, die Ihnen viel bringt! Es gibt Toscana-Fans, Ligurien-Fans, Umbrien-Fans, Sardinien-Fans und und und! Treffen Sie Ihre eigene Wahl! Generell kann nur gesagt werden, dass Italiener und Deutsche sehr gut miteinander umgehen können. Dort wo Orangen-, Zitronen- und Mandelbäume blühen, offenbart sich eine leichtere Lebensart, die manchmal sogar leicht ausartet. Genau dieser Kontrast zu unserem eher überorganisierten Leben zieht uns an. Der Italiener schätzt unsere Gründlichkeit, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit, ohne sie sich aber diese Attribute selbst zu eigen machen zu wollen. Also lassen wir einen Jeden wie er ist und genießen die sich ergänzenden Mentalitäten bei unseren Treffen mit italienischen Freunden, die man schnell gewinnen kann!
|